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Pfarrei Drügendorf

Drügendorf

Auf der Kreisstraße an Eggolsheim vorbei, weiter durch Weigelshofen und vorbei an Drosendorf am Eggerbach gelangt man nach Drügendorf. Schon vor dem Ort sieht er auf dem rechten Hang eine Kirche mit Zwiebelturm in kräftigen Weiß- und Ockertönen vor dem großen Gebäude des ehemaligen Schulhauses. Diese Kirche wurde als dritte Kirche seit den Anfängen kirchlich-religiösen Lebens von 1739 an als barocker Neubau errichtet.

Die Anfänge

Das Baujahr der ersten Kirche in Drügendorf, klein und steingebaut aber noch ohne Turm, ist nicht bekannt, dürfte aber in der Mitte des 14. Jh. liegen, denn 1376 wurde ein Hofgut zu Tribchendorf an die Kapelle geschenkt. 1398 erfolgte durch die Gemeinde und die Gotteshauspfleger die Stiftung einer Freitagsmesse als „Ewige Messe“ zusätzlich zum Sonntagsgottesdienst, die auch der Eggolsheimer Pfarrer zu lesen hatte. 1449 bestätigte der Fürstbischof von Bamberg eine Frühmesse, die von der politischen Gemeinde gestiftet worden war.

Kirchenpatronin

Die Drügendorfer Kapelle war der hl. Jungfrau und Märtyrin Margaretha aus Antiochien geweiht, die seit dem 7. Jahrhundert in der Westkirche verehrt wurde, große Volkstümlichkeit erlangte und zu den 14 Nothelfern zählt. In der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian in den Jahren 303 bis 311 wurde Margaretha nach ihrem Kampf mit dem Teufel (als Drache dargestellt) und wunderbar überstandenen Martern wegen ihrer Treue zum christlichen Glauben und zur Jungfräulichkeit enthauptet (dargestellt auf dem Deckengemälde).

Das Patrozinium, am 20. Juli gefeiert, ist ein wichtiger Termin im bäuerlichen Jahr und zeigt den Erntebeginn an. So ist Margaretha, der Name bedeutet „die Perle“, die Patronin der Bauern und, wie einer Darstellung in den kleinen Gemälden der Hohlkehle zu entnehmen, der werdenden Mütter. Das gesamte Bildprogramm der Kirche ist auf Margaretha ausgerichtet und bildet einen in der Erzdiözese einmaligen Zyklus zum Leben der hl. Margarethe.

Pfarrzugehörigkeit

Drügendorf lag in der Alten Zent Eggolsheim, einem Gerichtssprengel, der die Pfarreien Buttenheim und Eggolsheim umfasste. Es gehörte zur Urpfarrei St. Martin Eggolsheim, deren Wurzeln bis in die Zeit vor der Gründung des Bistums Bamberg 1007 zurückreichen. Der Pfarrsprengel umfasste den gesamten Eggerbachgrund sowie einige Orte am westlichen Rand der Alb.

Gründung der Pfarrei 1614

Die Frühmesse in Drügendorf wurde am 10. Januar 1610 zur Pfarrei erhoben, was Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen (1609 -1622) am 18. Dezember 1614 bestätigte. So heißt es in der Urkunde, dass ihm seine lieben Untertanen zu Drüchendorf, Tiefenstürmern, Getzendorf, Eschlipp und Dürrbrunn samt der Neufang (= abgegangener Hof) mitgeteilt hatten, dass ihnen der Besuch der Pfarrkirche zu Eggolsheim zu beschwerlich sei und sie befürchten, dass die Seelsorge und die Spendung der Sakramente Schaden leide. So wurde die Filiale Drügendorf mit den genannten Orten von der Pfarrei Eggolsheim abgetrennt. Erster Pfarrer wurde von 1614 bis 1618 der aus Trier stammende Kaplan von Kirchehrenbach, Johann Messerich (+ 1618), der auch die Matrikelführung begann.

Die Pfarrei wurde mit Unterstützung von 400 Gulden von der Gemeinde Tiefenstürmig errichtet, weswegen 20mal im Jahr zur Hl.-Kreuz-Kapelle in Tiefenstürmig gewallt werden sollte. Von 1632 bis 1718 waren die Pfarreien Drügendorf und Drosendorf (1617 von Eggolsheim getrennt) miteinander vereinigt. In den Kriegsjahre 1636 bis 1648 wurden beide Pfarreien von Eggolsheim aus seelsorglich betreut.

Der zweite Kirchenbau

1573 wurde die zweite Kapelle am Platz der alten, wohl baufällig und zu klein gewordenen Kapelle errichtet, mitten im Friedhof, der von einer Mauer mit zwei Türmchen umgeben war. Dieses Gotteshaus war bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. Noch 1721 wurde der Choraltar dieser Kirche durch Johann Brückner, Maler zu Ebermannstadt, neu gefasst.

Die heutige Pfarrkirche – Baumaßnahmen

1739 befassten sich Kirchenverwaltung und der Bamberger Domkapitels-Zimmermeister Joseph Gruber mit der Kirchen-Reparation des alten Kirchleins. Doch am 10. März 1740 schloss der Bamberger Weihbischof Franz Joseph Anton von Hahn (1734-1748) einen Akkord mit dem Maurermeister Johann Bauer zu Eggolsheim über alle Steinarbeiten und mit Joseph Gruber über die umfangreichen Zimmermannsarbeiten. Der Bamberger Stoccadour Franz Jakob Vogel (*1698) wurde mit der Ausgestaltung des Innenraums beauftragt.

1776 Abtragung der alten Sakristei samt Chorbogen und Turm, Verlängerung des Langhauses, Neubau des Chores und Anbau des dreigeschossigenTurmes mit doppelter welscher Haube und mit Hohlkehlen an der Eingangsfassade durch den Waischenfelder Maurermeister Johann Georg Schwesner (Schwesinger, *1746). Am rechten Turmuntergeschoss außen ist ein überdachter Ölberg eingerichtet, gegenüber links eine Lourdesmadonna in einen gemauerten schlanken Rundbogen eingestellt.

Der Chor

Im Chor mit 5/8 Chorschluss neuer Hochaltar auf ovalem Grundriss mit schlichtem Aufbau im Stil des Klassizismus, von dem begabten, ausschließlich der kirchlichen Kunst verschriebenen Bamberger Hofbildhauer Johann Bernhard Kamm (1736-1816) von 1782 bis 1784. Zwischen einem weit auseinander gestellten Säulenpaar auf der Evangelienseite Wendelin und Barbara, auf der Epistelseite Sebastian und Katharina. Für die Mitte schuf der Bamberger Maler Andreas Mattenheimer (1752-1810) das Altarblatt „Heilige Margaretha in der Glorie“ mit dauerhaften Farben. Abschluss des Altars mit Auge Gottes im Strahlenkranz und Engelsköpfen, an beiden Seiten jeweils geschmückte Vasen. Vor dem Altarbild reich verzierter Tabernakel mit klassizistischem Schmuck, Engelsköpfen und zwei grazil bewegten Anbetungsengeln. Zu beiden Seiten an den Chorwänden schlichtes fünfgeteiltes Chorgestühl im Rokokostil, rechts schließt sich daran ein im Stil gleicher Beichtstuhl an. Zu beiden Seiten des Hauptaltars links eine Statue der hl. Margaretha aus der Vorgängerkirche, rechts der hl. Aloisius. Am rechten Chorgestühl steht das Wallfahrtsbild für die Wallfahrt nach Gößweinstein, die erstmals wohl 1614 durchgeführt wurde. Fast unter dem Chorbogen steht der nach den Richtlinien des Zweiten Vatikanums gewünschte Zelebrationsaltar in schlichten barocken Formen. Das Fresko der Chordecke „Himmelfahrt Mariens“ stammt vom Bamberger Kunstmaler Hans Bayerlein (1889-1951).

Aus neuerer Zeit stammen die beiden modernen Glasgemälde „Auferstandener“ und „Geistsendung“ aus der Werkstätte Tobias Kammerer (aus Rottweil, geb. 1968), eine Stiftung von Baptist Reichold.

Langhaus

An Stelle der einstigen Kommunionbank trennt ein geschwungener Treppenabsatz den Chor vom Langhaus. Dieses bestimmen die Evangelistenkanzel im Stil des Klassizismus von Bernhard Kamm und die Seitenaltäre, die dessen Sohn Andreas Kamm (1802-1847) 1835 angefertigt hat. Am Kanzelkorb die vier Evangelisten als bewegte Halbfiguren. Auf dem Schalldeckel die Attribute der Kirchenväter Augustinus (Bischofshut mit Stab), Gregor (Tiara mit Taube) und Ambrosius (Bienenkorb), darüber der stilisierte Berg Sinai mit den Gesetzestafeln. Bekrönt wird der Schalldeckel vom Auge Gottes im Strahlenkranz.

Im rechten Seitenaltar das um 1600 geschaffene Gemälde der „Gürtelbruderschaft“ Maria Trost. Das auf dem Schoß der Maria sitzende Jesuskind hält den Gürtel Mariens in der Hand. Unter dem Bild die Schrift Wahre Abbildung des wunderthetigen Bildtnus Maria. Als Seitenfiguren Joachim und Anna. Im Aufzug Marienmonogramm im Strahlenkranz mit zwei knienden Engeln. Aus neuerer Zeit stammt eine Figur des hl. Josef auf der Altarmensa. Im linken Seitenaltar Hochrelief um 1520 mit der Darstellung Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist (Gnadenstuhl oder schmerzhafte Dreifaltigkeit) nach einer Vorlage von Albrecht Dürer. Am unteren Rand des Bildes die Stifterfamilie. Als Seitenfiguren Johannes und Maria. Im Aufzug Auge Gottes im Strahlenkranz und zwei Engel.

An den Langhauswänden u.a. Figuren der Kunigunde, Immaculata im Schrein, darüber Madonna mit Kind in Halbrelief, Johann Nepomuk, Bischof Valentin. In der Mitte der südlichen Längswand ein dem Ebermannstadter Bildhauer Friedrich Theiler zugeschriebenes Kreuz. Ein gerahmtes Gemälde zeigt den 1934 kanonisierten Kapuziner Bruder Konrad aus Altötting. An beiden Wänden ein gemalter und gerahmter Kreuzweg.

Beachtenswert ist das von einem Engel getragene Taufbecken mit der Figurengruppe der Taufe Jesu durch Johannes.

Deckengemälde

Ein großartiger Bildzyklus mit dem in die Stuckarbeit von Franz Jakob Vogel eingestellten Gemälde Enthauptung der Margaretha, von Johann Andreas Wunder aus Donauwörth 1778 geschaffen, zeigt in neun Bildern in der Hohlkehle und vier an den Ecken der Landhausdecke Szenen aus dem Leben, Martyrium und der Verherrlichung der Margaretha.

Empore

Im rückwärtigen Teil trägt eine geschwungene Empore auf Säulen die Orgel.

Dr. Josef Urban